
Karsten Wiegand ist seit Beginn der Vorbereitung der neue und gleichzeitig auch alte Trainer der zweiten Mannschaft der SG Sexau/Buchholz. Er hatte das Traineramt vor der Saison 24/25 interimsweise übernommen, als es Probleme mit der Besetzung des Trainerpostens gab. Nun ist er hauptamtlich erneut in dieser Verantwortung tätig. Die Fragen stellte Peer Millauer, Pressereferent des FC Sexau.
Peer: Was hat dich bewogen, noch mal dieses Traineramt zu übernehmen?
Karsten: Im Endeffekt war es, weil Tim (2. VS FCS ) und einige andere wieder auf mich zugekommen sind, nachdem ich das ja schon vorher ein halbes Jahr gemacht habe. Aber da stand ja schon fest, dass dann der neue Trainer zur Saison kommt. Das war auch alles von Anfang an abgesprochen. Ja, und letztes Jahr ist ja dann nicht alles rund gelaufen. Da haben so viele Spieler aufgehört. Und dann war es mal ein Thema, dass einige aus der Mannschaft gesagt haben, wenn er aufhört, ob man mich zurückholen könnte. Das war eigentlich dann der ausschlaggebende Grund, um für diese Leute das Ganze auch aufrecht zu halten.
Peer: Wie siehst du das genau, dass die dritte Mannschaft abgemeldet worden ist und jetzt nur die Zweite spielt?
Karsten: Die Reservestaffel ist in meinen Augen die richtige Lösung. Weil in der normalen Kreisliga B spielen viele erste Mannschaften. Du hast immer Woche für Woche so viele Ausfälle mit Krankheiten, Verletzungen. Die Zweite hat ja in der Rückrunde auch regelmäßig mit Spielern von der Dritten gespielt, die Dritte hat dann gar nicht gespielt. Also von daher ist es in meinen Augen die richtige Entscheidung. Aber die letzten Jahre haben es halt gezeigt, dass der Kader in der Liga eigentlich auch nicht gewachsen ist. Du hast immer um die letzten zwei Plätze gespielt. Kaum mal Richtung 20 Punkte oder so. Und das nagt ja auch am Selbstvertrauen von den Spielern. Das war sicherlich auch im Grund, dass der eine oder andere dann mal weniger ins Training, weniger zum Spiel gekommen war. Du hast irgendwann diese Einstellung auch. Ich kann vielleicht lieber hingehen von mir aus und ein Spiel angucken, als wieder in der Zweiten zu kicken, ein Spiel verlieren und das Wochenende ist dann gelaufen.
Peer: Ist es nicht auch so, dass die zweite Mannschaft dann irgendwie näher an der Ersten dran ist?
Karsten: Das ist dann im Endeffekt ja auch dann der nächste Schritt, der damit erreicht werden soll, dass auch ein Austausch untereinander einfacher ist. Wenn jetzt beim Jörg Klausmann mal welche drei, vier Wochen nicht gespielt haben oder nur fünf oder zehn Minuten eingewechselt wurden, dass man dann auch mal wieder sagen kann, geht man eine Halbzeit oder 60 Minuten in der Zweiten spielen, die spielen vor der Ersten, dabei haben wir keinen Ortswechsel und dann gehst du raus und setzt dich wieder bei der Ersten auf die Bank .
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Peer: Wie klappt das mit dem Austausch?
Karsten: Das ist okay. Klappt gut, wenn das so bleibt wie es jetzt ist, auch während der Saison, dann bin ich zufrieden.
Peer: Und wie sieht’s aus mit der Trainingsbeteiligung ?
Karsten: Die Trainingsbeteiligung ist im Moment enorm hoch, obwohl wir so viel Urlauber haben. Letzten Dienstag, haben wir mit 25 Leuten trainiert.
Peer: Mit was für einer Kaderstärke rechnest du ?
Karsten: Wir haben aktuell auf der Spielerliste 38 Leute stehen. Das Verwunderliche ist, letztes Jahr in Rückrunde haben keine Leute großartig in der dritten trainiert und gespielt und ab dem ersten Trainingstag standen die auf einmal alle wieder vor der Tür.
Und jetzt haben wir erst mal gesagt, wir nehmen alle auf, wir schicken am Anfang keinen weg und gucken, wie sich das Ganze ergibt, weil oft ist es dann so, lass es mal jetzt Richtung Oktober gehen, dann wird es wieder kälter, Dann ist der eine oder andere wieder lieber auf der Couch als alles andere. Aber die Entwicklung warten wir jetzt erst mal ab. Aber so, wir hatten 22- Mann-Eröffnungstraining gehabt, dann danach immer 18, 19, dann jetzt mal 25. Jetzt vorhin waren es 16 gewesen.
Peer: in der letzten Runde war es so, dass die zweite Mannschaft für meine Begriffe oft etwas unglücklich verloren hat. Wie siehst du das?
Karsten: Ja, sind halt viele Fehler passiert. Und wenn dann das erste Gegentor gefallen ist, ist relativ schnell immer das zweite oder dritte gekommen. Und wenn du dann selber wenig Tore schießt, weißt du eigentlich, ab dem 0:2 gehen die Köpfe runter, weil du sagst, ja, wie sollen wir zwei oder drei Tore schießen? Das sitzt alles irgendwo da drin. Und das ist halt die Hoffnung, es gibt sehr gute Mannschaften, auch in der Reservestaffel, das ist überhaupt nicht weg zu diskutieren. Aber im Endeffekt ist nicht die komplette Liga so stark dann wie eine normale Kreisliga B, wo erste Mannschaften sind, ambitionierte Mannschaften, die in eine Kreisliga A wollen, das ist dann doch noch mal was anderes.
Peer: Wie sieht es aus mit Saisonzielen, was stellst du dir so vor?
Karsten: Also Saisonziele habe ich mir jetzt erst mal noch keine gesetzt. Ich werde jetzt erst mal die ganze Vorbereitung abwarten. Optimal wäre es, mal mehr Spiele zu gewinnen, als zu verlieren. Das wäre mein Ansatz. Aber dann muss man jetzt auch gucken, wie kommen wir jetzt dann erstmal in die Saison rein. Wir spielen direkt auswärts bei Nordweil/Wagenstadt, die waren im letzten Jahr Staffelmeister, die ja nur ein einziges Spiel verloren und zwei Unentschieden. Sonst haben die alles gewonnen. Dann haben wir das heimspiel gegen Wasser/u, das Derby. Die waren zweiter Staffelmeister. Dann gehen wir nach Winden auswärts, die waren Sechster oder so, dann kommen die , die waren Dritter. Du hast eigentlich die, die letztes Jahr oben gespielt haben, direkt zum Anfang. Und das ist halt auch noch in der Phase, wo wir relativ viel Urlauber haben. Und wenn ich jetzt dieses Wochenende nehme, sind 8 Buchholzer auf so einem Feriencamp als Betreuer. Und da sind mindestens 5 oder 6 dabei, die eigentlich Richtung Stammspieler tendieren könnten.
Peer: Das ist ja in den unteren Klassen eigentlich oft so…
Karsten: Ja, aber in der Menge ist das halt richtig viel. Wenn dann auf einmal 7 oder 8 Spieler komplett weg sind auf Feriencamps, danach gehen sie zusammen wandern, dann sind 8 Spieler komplett 2 oder 2,5 Wochen nicht da. Und das ist auch für eine Vorbereitung halt blöd. Gut, da stehen wir nicht alleine da.
Peer: Wie machst du das dann, wenn die wieder zurückkommen? Die waren also zweieinhalb Wochen in der Vorbereitung nicht da. Integrierst du die dann so, als ob sie da gewesen wären oder müssen die sich erst wieder ran arbeiten?
Karsten: Das ist dann immer wieder davon abhängig, welche anderen gerade zu der Zeit da sind. Und davon müssen wir das abhängig machen. Und auch welche Position spielt der Einzelne. Wenn ich jetzt keinen Stürmer habe und jetzt waren Stürmer drei Wochen im Urlaub, hat eine Woche trainiert und bietet sich schon wieder an, dann kann es sein, dass er direkt reinrutscht .
Peer: Wie sieht es aus, im Laufe der Vorbereitung stellt sich dann ja raus, welche Leute in der Zweiten spielen sollten und welche vielleicht die Kandidaten für die Erste sind. Gibt es da schon eine gewisse Auswahl, gibt es Namen?
Karsten: Also jetzt im Moment trainiert ein Teil von denen, die so zwischen Erster und Zweiter sind bei der Ersten mit und dann wird der Jörg (Klausmann, Trainer der ersten Mannschaft) nächste Woche oder übernächste Woche auch einen Trainingscut machen, wo er dann sich 22 , mal so grob angedacht, rausholen wird, und die anderen werden dann bei uns trainieren und bei uns auch spielen und bei Bedarf dann auch in der Ersten. Die Tür nach oben bleibt offen. Sie sollen sich dann aber, weil es dann irgendwann zu viel wird, über Spiele in der Zweiten wieder Spielpraxis holen und sich empfehlen.
Peer: Danke für das Gespräch, Viel Glück und Erfolg in der Runde!
Karsten: Danke, das können wir gebrauchen!
