Die SG Sexau/Buchholz bleibt in der Bezirksliga weiter auf Kurs. In einer temporeichen, mit zunehmender Spielzeit immer umkämpfteren Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Jörg Klausmann mit 2:1 gegen den TV Köndringen durch. Jakob Föhrenbach brachte die SG in Führung, nach dem schnellen Ausgleich der Gäste sorgte Benedikt Kopp unmittelbar nach der Pause für das entscheidende 2:1. Danach verpasste Sexau/Buchholz mehrfach die Vorentscheidung und musste deshalb bis tief in eine außergewöhnlich lange Nachspielzeit zittern.
Von Beginn an entwickelte sich auf dem Buchholzer Sportplatz ein Spiel mit ordentlich Tempo in beide Richtungen. Die SG schaffte es früh, sich immer wieder in der Köndringer Hälfte festzusetzen und Druck rund um den Strafraum aufzubauen. Die erste wirklich klare Gelegenheit gehörte in der 11. Minute Simon Kälble, der zum Abschluss kam, den Ball jedoch knapp über das Tor setzte.
Auch Köndringen versteckte sich keineswegs und arbeitete sich immer wieder nach vorne, ohne zunächst ähnlich zwingend zu werden. Dann schlug die SG zu: In der 18. Minute traf Jakob Föhrenbach zum 1:0. Die gute Anfangsphase hatte damit ihre verdiente Belohnung gefunden.
Lange hielt die Freude allerdings nicht. Nur vier Minuten später war die Partie wieder völlig offen. Moritz Fehrenbach erzielte in der 22. Minute das 1:1 für den TV Köndringen. Der Gast zeigte damit, dass kleine Unachtsamkeiten in der Bezirksliga schnell bestraft werden.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Lorenzo Romano probierte es in der 27. Minute aus der Distanz. Drei Minuten später wurde es wieder auf der anderen Seite turbulent: Sexau/Buchholz versuchte gleich mehrfach, den Ball irgendwie durch die dicht gestaffelte Köndringer Defensive zu drücken. Doch die Gäste warfen sich dazwischen und wirkten in dieser Szene beinahe wie eine Wand. Am Ende entschied Schiedsrichter Yannick Leinfels auf Offensivfoul. Abstoß statt erneuter SG-Führung.
Köndringen blieb ebenfalls gefährlich. In der 33. Minute kam Romano über die rechte Seite und brachte den Ball ins Zentrum, fand dort allerdings keinen Abnehmer. Die Kugel ging am Tor vorbei.
Kurz darauf änderten sich auch die äußeren Bedingungen. Ab der 34. Minute setzte Regen ein, woraufhin sich Teile des Publikums schleunigst unter die Schirme beziehungsweise in Richtung Clubheim in Sicherheit brachten. Auf dem Platz ließ das Tempo dagegen nicht nach. Gerade um die 40. Minute herum erhöhte Köndringen den Druck und beschäftigte SG-Schlussmann Björn Siebert zunehmend.
Die letzte nennenswerte Möglichkeit der ersten Hälfte gehörte aber wieder den Gastgebern. Tim Trenkle brachte in der 43. Minute einen Freistoß gefährlich in den Strafraum, wo Florian Ries zum Kopfball kam. Der Versuch ging vorbei. Mit einem leistungsgerechten 1:1 wurden die Seiten gewechselt.
Personell unverändert kam die SG aus der Kabine – und diesmal brauchte sie nicht lange. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als es im Köndringer Strafraum unübersichtlich wurde. Simon Kälble und Florian Ries waren an der Entstehung beteiligt, der Ball wollte zunächst nicht so recht aus der Gefahrenzone verschwinden. Dann setzte sich Benedikt Kopp durch und brachte die Kugel in der 49. Minute zum 2:1 im Tor unter.
Die SG hatte die Führung zurück – und war anschließend ganz dicht am dritten Treffer. In der 56. Minute zog Florian Ries ab. Der Ball krachte an die Latte, sprang nach unten – und eben nicht vollständig über die Linie. Ein klassischer Wembley-Moment, noch dazu praktisch an jener Stelle, an der eine Woche zuvor die Frauen der SG gegen Elztal eine ganz ähnliche Szene erlebt hatten. Kein Tor, weiter 2:1.
Nach einer Stunde reagierte Jörg Klausmann erstmals personell und brachte Claudio Vollmer für Simon Kälble. Und Vollmer hätte kaum spektakulärer in die Partie starten können. In der 62. Minute bot sich ihm direkt die große Gelegenheit zum 3:1. Der Jubel setzte bereits ein, selbst die Torhymne lief schon aus den Lautsprechern. Nur hatte der Ball die Rechnung ohne die letzten Zentimeter gemacht. Er ging hauchdünn vorbei. Also: Musik wieder aus, weiter Fußball.
Die Partie blieb damit gefährlich eng. Dustin Njenga kam anschließend für Daniel Gutjahr. Wenig später musste auch Florian Ries angeschlagen vom Platz. Nach einer Zerrung war für ihn Schluss, Emanuele Saitta übernahm.
Sexau/Buchholz hatte weiterhin Möglichkeiten, das Spiel endgültig zu entscheiden. In der 76. Minute brachte Tim Trenkle einen Freistoß gefährlich aufs Tor und zwang den Köndringer Schlussmann zum Eingreifen. Eine Minute später bediente Nevio Weber Claudio Vollmer und wieder fehlte nicht viel. Es waren inzwischen einige dieser Szenen zusammengekommen, bei denen ein 3:1 durchaus in der Luft lag, aber einfach nicht fallen wollte.
Auch die folgende Ecke von Trenkle brachte nichts ein. Zudem musste die SG erneut verletzungsbedingt reagieren: Der erst zuvor eingewechselte Dustin Njenga konnte nach einer Zerrung ebenfalls nicht weitermachen und wurde durch Dario Dzeko ersetzt.
So begann die Schlussphase mit der denkbar unangenehmsten Ausgangslage: Sexau/Buchholz war eigentlich näher am dritten eigenen Treffer gewesen, führte aber weiterhin nur mit einem Tor.
Ab der 82. Minute drückte die SG noch einmal. Es folgte eine ganze Serie an Eckbällen. Zunächst probierten es Benedikt Kopp und Tim Trenkle zweimal mit einer kurz ausgeführten Variante, doch Köndringen blockte beide Versuche. In der 84. Minute brachte Trenkle die nächste Ecke direkt herein, fand allerdings zunächst nur gegnerische Beine. Danach kam Jakob Föhrenbach noch einmal in eine Offensivaktion, doch auch sein Versuch wurde abgefangen.
Es waren hektische Minuten. Sexau/Buchholz wollte die Entscheidung, Köndringen brauchte nur diesen einen gelungenen Angriff, um der SG zwei Punkte noch aus der Hand zu reißen.
Auch eine weitere Ecke von Benedikt Kopp in der 87. Minute verpuffte. Der Ball flog im hohen Bogen ins Aus. Und weil das 3:1 partout nicht fallen wollte, wurde die Nachspielzeit schließlich zur Nervenprobe.
In der 91. Minute bekam Köndringen einen gefährlichen Freistoß zugesprochen. Sebastian Blum brachte den Ball auf Tizian Schulz, doch die Situation wurde wegen Abseits abgepfiffen. Auf SG-Seite dürfte trotzdem längst jeder Blick regelmäßig in Richtung Uhr gegangen sein.
Aber die Partie wollte einfach nicht enden. In der 95. Minute folgte die wohl gefährlichste Szene der Schlussphase. Wieder kam Köndringen nach einem Freistoß an den Ball – und diesmal musste Björn Siebert tatsächlich retten. Mit einer Hand verhinderte der SG-Keeper den späten Ausgleich und bewahrte seiner Mannschaft damit die Führung.
Köndringen wechselte noch einmal, die SG ebenfalls. Luca D’Urso kam für Nevio Weber. Selbst in der 97. Minute wurde noch gespielt. Sexau/Buchholz bekam noch einmal eine Ecke zugesprochen, machte daraus allerdings herzlich wenig. In diesem Fall konnte es der SG egal sein.
Denn kurz darauf war tatsächlich Schluss. 2:1. Drei Punkte. Durchatmen.
Es war ein Erfolg, den sich die SG durch ihre zahlreichen Offensivaktionen durchaus verdient hatte, den sie sich am Ende aber unnötig schwer machte. Mehrfach bot sich nach dem 2:1 die Möglichkeit zur Entscheidung, stattdessen musste bis in die tiefste Nachspielzeit um den Sieg gezittert werden. Björn Sieberts Parade in der 95. Minute wurde damit mindestens genauso wertvoll wie die beiden Treffer der Heimmannschaft.
Nach fünf Spieltagen steht der Aufsteiger nun bei acht Punkten aus zwei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage und belegt mit 7:4 Toren den sechsten Tabellenplatz. Für einen Bezirksliga-Neuling darf sich diese Zwischenbilanz durchaus sehen lassen.
Weiter geht es am kommenden Sonntag erneut in Buchholz. Dann empfängt die SG Sexau/Buchholz um 15 Uhr den VfR Merzhausen. Bereits drei Tage später wartet ein weiteres Highlight: Am Mittwochabend (14. Oktober, 19:30 Uhr) steht in Buchholz gegen die SF Winden das Viertelfinale im Bezirkspokal an.